statement

Manuela Berkes untersucht in ihrer künstlerischen Praxis die kulturelle, emotionale und soziale Bedeutung alltäglicher Lebensmittel. Im Zentrum ihrer Arbeiten stehen handmodellierte Miniaturobjekte, die sie aus ihrem gewohnten Zusammenhang löst und als isolierte Bildgegenstände in eigens konzipierten Objektrahmen inszeniert.

Pizza, Süßigkeiten, Obst oder vertraute Gerichte erscheinen dabei nicht allein als präzise Nachbildungen. Sie fungieren als Speicher persönlicher Erinnerungen, gesellschaftlicher Rituale und kollektiver Erfahrungen. Nahrung wird bei Berkes zu einem Medium, über das sich Fragen nach Herkunft, Zugehörigkeit, Konsum und Vergänglichkeit verhandeln lassen.

Die bewusste Verkleinerung verändert die Wahrnehmung der dargestellten Gegenstände. Was im Alltag beiläufig konsumiert und häufig übersehen wird, erhält eine neue Präsenz. Die Miniatur erzeugt eine besondere Distanz und zugleich eine unmittelbare Nähe: Vertraute Formen wirken plötzlich fremd, kostbar oder fragil. Durch die reduzierte Präsentation zwischen Objekt, Relief und Bildraum richtet Berkes den Blick auf die symbolische Aufladung scheinbar banaler Dinge.

Ausgangspunkt ihrer Arbeiten ist die genaue Beobachtung realer Lebensmittel, ihrer Oberflächen, Farben und materiellen Eigenschaften. Die handwerkliche Präzision dient dabei nicht dem reinen Illusionismus, sondern bildet die Grundlage für eine konzentrierte Auseinandersetzung mit Erinnerung und Wahrnehmung. Zwischen Humor, Nostalgie und stiller Irritation entwickelt Berkes eine eigenständige Bildsprache, in der das Alltägliche zum Träger individueller und gesellschaftlicher Erzählungen wird.

Manuela Berkes wurde in Thüringen geboren, studierte dort Kunst und lebt und arbeitet heute in Dresden. 2025 waren ihre Arbeiten unter anderem bei KNOTENPUNKT in Hamburg sowie auf der Affordable Art Fair Berlin zu sehen. Ihre zunehmende Präsenz in kuratierten Ausstellungs- und Messekontexten markiert die konsequente Weiterentwicklung ihrer Position innerhalb der zeitgenössischen Objektkunst.